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#EduNext25: neue Wege in die Zukunft der Hochschullehre

Franziska Pleßke / Social Media Managerin

Als am Morgen des 26. Novembers die ersten Teilnehmenden eintrafen, war sofort spürbar: Die #EduNext25 würde kein Konferenztag wie jeder andere werden. Rund 300 Teilnehmende aus Hessen und weiteren Bundesländern kamen auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt zusammen, um sich über die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre auszutauschen, innovative Projekte kennenzulernen und neue Impulse zu gewinnen.

Schon der Auftakt machte deutlich, wohin die Reise geht: Die #EduNext25 ist nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch ein Blick nach vorn – und ein Ort, an dem Visionen für die Zukunft der Hochschullehre geteilt, diskutiert und weitergedacht werden.

Vizepräsidentin Viera Pirker eröffnete die #EduNext25 mit einem Grußwort.

Grußworte mit klarer Botschaft

In ihrem Grußwort setzte Prof. Dr. Viera Pirker, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, einen klare Botschaft für den Tag. „Digitalisierung und KI prägen Lehren und Lernen heute grundlegend“, betonte sie. Hochschulen hätten die Verantwortung, Studierende nicht nur fachlich auszubilden, sondern ihnen auch die kritische Urteilsfähigkeit und digitale Mündigkeit mitzugeben, die es in einer KI-geprägten Welt braucht.

Wie die Goethe-Universität diesem Anspruch gerecht wird, demonstrierte Pirker anhand konkreter Beispiele: der AG Generative KI, dem AI-ToolLab und einem breiten Angebot an Qualifizierungs- und Unterstützungsformaten für Lehrende und Studierende. Eine zentrale Rolle spiele dabei studiumdigitale – als Brückenbauer zwischen Didaktik, Technologie und Praxis.

Dr. David Weiß stellte Minister Gremmels verschiedene KI-Assistenen vor.

Auch Wissenschaftsminister Timon Gremmels knüpfte an diese Leitgedanken an. Digitalisierung und KI böten enorme Potenziale, betonte er, doch diese könnten nur dann nachhaltig wirken, wenn Rahmenbedingungen, Investitionen und Kooperationen stimmen. Das Land Hessen unterstütze Hochschulen dabei, Studierende zu befähigen, KI-Systeme kompetent und kritisch zu nutzen. Im Anschluss an die Grußworte leitete Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Direktor von studiumdigitale, zum ersten Programmpunkt, der EduConnect, über.

KI-Assistenten, VR-Szenarien & Gamification

Beim Rundgang durch die Ausstellungsmesse EduConnect erhielt Minister Gremmels Einblicke in Innovationsprojekte aus den Förderprogrammen HessenHub und QuiS. Am Stand der Goethe-Universität präsentierte Dr. David Weiß, Leiter der universitätsweiten AG Generative KI von studiumdigitale, spezialisierte KI-Assistenten, die Studierende im Lernprozess unterstützen oder bei der Umsetzung von Barrierefreiheit zum Einsatz kommen.

Minister Gremmels besuchte mithilfe von VR den Plenarsaal des EU-Parlaments.

Darauf folgte eine Demo des Verbundprojekts „fuels“, bei der Projektkoordinatorin Dr. Ulrike Mascher (studiumdigitale) immersive Szenarien zu Demokratiebildung und politischer Partizipation zeigte: Der Minister besuchte mithilfe von Virtual Reality (VR) den Plenarsaal des EU-Parlaments. Im Rahmen VR-gestützter Planspiele schlüpfen Studierende in die Rolle von EU-Abgeordneten und verbessern so ihre Argumentations- und Debattierfähigkeiten.

Zum Abschluss des Rundgangs stellte Julia Geißler (Hochschule RheinMain) Gamification-Ansätze vor, die im HessenHub-Verbunds entwickelt wurden und niedrigschwellige, aber wirkungsvolle Wege eröffnen, die Lernmotivation von Studierenden auf spielerische Weise zu fördern.

Passend dazu wurde die EduConnect selbst interaktiv gestaltet: Fragen- und Aktionskarten luden die Teilnehmenden ein, kleine „Quests“ an den Ständen zu lösen, mit den Ausstellenden ins Gespräch zu kommen und sich für die spätere Preisverlosung zu qualifizieren.

Die Panelist*innen lieferten eine spannende Diskussion rund um KI.

Länderübergreifende Perspektiven im Panel

Wie Hochschulen und Bundesländer strategisch mit KI umgehen sollten, diskutierte am Mittag das Panel „Strategische Allianzen für die Lehre der Zukunft“. Mit dabei waren:

  • Paulina Rinne (HessenHub, Philipps-Universität Marburg)

  • Prof. Dr. Konrad Faber (Virtueller Campus Rheinland-Pfalz)

  • Dr. Peter Salden (Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, Ruhr-Universität Bochum)

Im Stil einer Oxford-Debatte wurden unterschiedliche Positionen deutlich – etwa zur Frage, wie stark KI-Systeme reguliert werden sollten oder welche Rolle strategische Allianzen für eine erfolgreiche KI-Integration einnehmen können. Die interaktiven Publikumsabstimmungen zeigten: Die Debatte ist vielschichtig, dynamisch und hoch relevant für die Zukunft der Hochschullehre.

Die Keynote von Gabi Reinmann stieß auf besonderes Interesse.

Ein didaktischer Kompass für KI-Entscheidungen

Am Nachmittag gab Gabi Reinmann, Professorin für Lehren und Lernen an der Universität Hamburg und Leiterin des Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL), den Teilnehmenden mit ihrer Keynote einen didaktischen Orientierungsrahmen an die Hand. Sie zeigte, wie sich das Verhältnis von KI und Didaktik bestimmen lässt, welche Einsatzformen pädagogisch sinnvoll sind und wie sich die Vielzahl an KI-Anwendungen mithilfe einiger idealtypischer Nutzungsmodi systematisieren und besser überblicken lässt.

Dabei wurde immer wieder deutlich: KI sollte nicht technikgetrieben, sondern didaktisch reflektiert in die Lehre integriert werden.

Bei den Sessions und am studiumdigitale-Stand gab es viel zu entdecken.

Best Practices aus ganz Deutschland

Ein weiteres Highlight des Tages waren die zahlreichen Workshops, Vorträge und Stände in den Explore the Future-Sessions. Die Themenpalette war breit: von KI-Kompetenzmodellen und Reifegradinstrumenten über 3D-Scanning und VR/AR-Anwendungen bis hin zu Barrierefreiheit und digitalen Prüfungen. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig Hochschulen deutschlandweit an innovativen Lehr- und Lernangeboten arbeiten – praxisnah, kreativ und mit spürbarer Energie.

Am studiumdigitale-Stand konnten Besucher*innen zudem über den Tag hinweg Einblicke in zentrale Arbeitsbereiche erhalten, etwa in den Chatbot Learnmate, Podcasts, (Digitale) Barrierefreiheit sowie in Qualifizierungsangebote wie die eLearning-Workshopsreihe und die Tutor*innenqualifizierung.

Die EduConnect-Gewinner*innen erhalten ihre Preise.

Auch ein Konferenztag geht einmal zu Ende: Mit einer kurzen Abschlussmoderation schlossen Prof. Dr. Alexander Tillmann und Dr. David Weiß die #EduNext25. Sie fassten zentrale Eindrücke des Tages zusammen und dankten allen Mitwirkenden für ihr Engagement. Danach führte Paula Wiesemüller durch die Ziehung der Gewinner*innen der EduConnect-Quests. Die Preise: goldene, eigens 3D-gedruckte Münzen.

Get-together mit besonderem Anlass

Im Anschluss öffnete der Festsaal seine Türen für das Get-together. Bei Speisen und Getränken bot sich Raum für vertiefende Gespräche, neue Kontakte und einen Blick über die Konferenz hinaus. Zugleich war dies ein passender Moment, um ein besonderes Kapitel sichtbar zu machen: 20 Jahre studiumdigitale.

Das 20-jähre Jubiläum hielt eine süße Überraschung bereit.

In einer kompakten Retrospektive würdigte die studiumdigitale-Leitung die Gründungsmitglieder, zeigten zentrale Meilensteine der vergangenen zwei Jahrzehnte auf und gaben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.

Humorvoll ergänzt wurde der Abend durch eine Quiz- und Spielrunde, angeleitet von den Showmasterinnen Saba Mateen und Paula Wiesemüller. Dabei musste die Leitung ihr Wissen zu studiumdigitale und seinen Menschen unter Beweis stellen. Die Jubiläumstorte rundete den Tag ab – ein süßer Schlusspunkt eines Konferenztages voller Energie und Zukunftsoptimismus.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag mit Leben gefüllt haben: die Ausstellenden, Diskutierenden, Vortragenden und die vielen Teilnehmenden.

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